
Eine niedrigere Inflationsrate kann zwar eine erfreuliche Wirtschaftsnachricht sein, ist aber im Supermarkt kaum spürbar. Das ist kein Widerspruch: Die Geschwindigkeit eines Preisanstiegs ist etwas anderes als das bereits erreichte Preisniveau. Diese beiden Aspekte getrennt zu betrachten, erleichtert das Verständnis von politischen Ankündigungen und Haushaltsbudgets.
Auch langsamere Anstiege sind Anstiege.
Angenommen, ein hypothetischer Warenkorb kostet anfänglich 100 Dollar. Eine Erhöhung um 10 % führt zu einem Preis von 110 $, gefolgt von einer weiteren Erhöhung um 2 % auf 112,20 $. Die Inflation hat sich im zweiten Zeitraum deutlich verlangsamt, dennoch ist der Warenkorb teurer als in den beiden vorherigen Zeiträumen. Um den ursprünglichen Preis von 100 $ wiederherzustellen, wäre ein tatsächlicher Rückgang erforderlich, nicht nur ein geringerer Anstieg.
Disinflation bedeutet eine Verlangsamung der Inflationsrate. Deflation bedeutet fallende Preise im gesamten gemessenen Index im relevanten Vergleichszeitraum. Keiner der beiden Begriffe gibt Aufschluss darüber, wie sich die einzelnen Produkte entwickelt haben. Ein günstigerer Fernseher und eine höhere Miete können innerhalb eines positiven Gesamtindex nebeneinander existieren, da die Komponenten unterschiedliche Veränderungen und Gewichtungen aufweisen.
Ein Index bildet nicht Ihren individuellen Warenkorb ab.
Der Verbraucherpreisindex fasst die Veränderungen eines definierten Warenkorbs zusammen. Ihre persönlichen Ausgaben können anders aussehen. Jemand, der einen Großteil seines Budgets für Wohnen und Pendeln aufwendet, wird möglicherweise ein anderes Muster aufweisen als jemand, dessen größter Ausgabenposten die Kinderbetreuung ist. Dies macht einen nationalen Index jedoch nicht nutzlos. Das bedeutet, dass eine umfassendere Frage beantwortet wird.
Um einen Haushaltsvergleich durchzuführen, wählen Sie eine kleine Anzahl regelmäßiger Einkäufe und achten Sie auf gleichbleibende Menge und Qualität. Vergleichen Sie Produkte mit derselben Packungsgröße oder rechnen Sie den Preis pro Einheit um. Häufigere Restaurantbesuche können die Ausgaben erhöhen, ohne dass Restaurants ihre Preise ändern. Daher lässt sich die Inflation nicht allein anhand der Gesamtausgaben isolieren.
Beachten Sie den Vergleichszeitraum.
Die jährliche Inflation vergleicht den Index mit dem gleichen Monat des Vorjahres. Die monatliche Inflation vergleicht aufeinanderfolgende Monate und wird häufig anhand saisonbereinigter Daten dargestellt. Ein schwacher Monat im Vorjahresmonat kann den Jahresvergleich beeinflussen, selbst wenn die monatliche Veränderung gering ist.
Multiplizieren Sie einen monatlichen Prozentsatz nicht mit zwölf und geben Sie das Ergebnis nicht als tatsächliches Jahresergebnis an. Das ist bestenfalls eine grobe Hochrechnung, und die Zinseszinsrechnung verändert die Berechnung. Auch sollte die annualisierte Inflationsrate der letzten zwölf Monate nicht mit der beobachteten Veränderung der letzten zwölf Monate verwechselt werden. Ein Diagramm benötigt eine Beschriftung, die die dargestellte Berechnung angibt.
Verknüpfung von Löhnen und Kaufkraft
Steigt der Nominallohn um 5 %, während der relevante Preisindex um 3 % steigt, ergibt ein einfacher Realeinkommensvergleich eine Division von 1,05 durch 1,03 und Subtraktion von 1. Das Ergebnis liegt bei etwa 1,94 % statt exakt 2 %. Dies ist eine vereinfachte Kaufkraftberechnung, die weder Steuern noch veränderte Arbeitszeiten oder Ihre individuellen Ausgaben berücksichtigt.
Eine sinnvolle Budgetplanung trennt daher Lohn, gekaufte Mengen und Einzelpreise. Der Kaufkraftrechner der Website kann zwar eine konstante Inflationsrate untersuchen, aber keine Prognose für den nächsten offiziellen Inflationswert abgeben. Die wichtigste Schlussfolgerung ist daher: Eine langsamere Inflation dämpft den neuen Preisdruck; sie beseitigt jedoch nicht die bereits in den Alltagspreisen eingepreisten kumulierten Steigerungen.
Ein langsamerer Anstieg ist zwar zu begrüßen, beseitigt aber nicht die bereits im Haushaltsbudget vorhandene Belastung. Ich denke, diese Diskrepanz zwischen Veränderungsrate und Preisniveau erklärt, warum ein positives Preisdiagramm mit einem teuren Wocheneinkauf einhergehen kann.
Was nach sinkender Inflation bleibt
Disinflation verlangsamt den Anstieg; sie senkt das Preisniveau nicht auf den Ausgangswert zurück.
Bedeutet ein Rückgang der Inflation auf 2 %, dass die Preise um 2 % sinken?
Nein. Eine positive Inflationsrate von 2 % bedeutet im Allgemeinen, dass das gemessene Preisniveau 2 % höher ist als im Vergleichszeitraum.
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